Donnerstag, 24. Januar 2019
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Nach über einem Jahr - Übergabe Hochwasserorden

Dank lies über ein Jahr auf sich warten

 

Das Hochwasser der Elbe im Mai und Juni 2013 ist schon fast komplett vergessen, zumindest bei den Medien und vor allem wohl auch in der Politik.

Vor über einen Jahr gab es fast keinen Politiker, der sein Gesicht nicht in die Kamera gehalten hätte und auf die dramatischen Zustände entlang der Elbdeiche hingewiesen hätte. Jeder wurde aufgefordert, seine persönlichen Belange hintenan zu stellen und zu helfen. Und viele kamen, ließen Schule, Schule sein, ließen Arbeit Arbeit sein und halfen wann sie nur konnten und was sie nur konnten. Nicht wenige riskierten ihren Arbeitsplatz, denn obwohl durch das Katastrophenschutzgesetz abgesichert, wurde nicht jeder Helfer von seinem Arbeitgeber freigestellt. 

 

Kaum ging das Wasser zurück, gerieten auch die eifrigen Helfer schnell in Vergessenheit. Schon in den ersten Tagen des Hochwassers tönte es aus dem niedersächsischen Innenministerium, dass man sich bei allen Helfern mit einer Hochwassermedaille bedanken wolle. Von den Helfern übrigens nie gefordert.

 

 Nun, nach gut eineinhalb Jahren war es so weit: Die Hochwassermedaillen wurden an die Feuerwehren ausgegeben. Freude konnte jedoch nicht aufkommen, eher Frust und Unverständnis. Nach so langer Zeit wirkt eine solche Übergabe eher lächerlich, denn wertschätzend und demonstriert wiedermal, dass Hilfeleistung gerne angenommen wird, aber ein einfaches Danke dann doch zu schwer ist. 

 

 

Nicht wenige Urkunden landeten zusammengefaltet in Hosentaschen und die Medaillen werden wohl eher in der Schublade landen, denn mit Stolz an der Uniform. Häufigster Kommentar: wenn mal wieder schnell Hilfe gebraucht wird, wird die Prüfung meiner Verfügbarkeit durch einen ebenso langen Prozess laufen. Was unsere lieben Politiker dann wohl sagen....

 

(rb - 16.10.2014)

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